Die Charakterzüge des Geräts sind besser, als es der Preis es zunächst vielleicht vermuten lässt.

 

Lieferumfang

Ein nettes Extra: Acer spendiert neben einem VGA- und Netzkabel, Fernbedienung mit Batterien und der Bedienungsanleitung auf CD auch noch eine schicke Tragetasche für den Transport des Acer H6510BD. Das tröstet über die fehlenden 3D-Brillen im Paket etwas hinweg.

 

Acer H6510BD Projektor: Weißer Zwerg unter der Lupe

Das Gerät ist von der äußerlichen Erscheinung her ein typischer Projektor, besitzt jedoch eine etwas kleinere und kompaktere Bauart im Vergleich zu anderen seiner Art. Recht bescheiden fällt auch die Größe der Linse aus, die einen schon fast schüchternen Eindruck hinterlässt. Ein einfacher Tastenblock zentral auf der hinteren Hälfte der Oberseite gibt die elementarsten Kontrollmöglichkeiten vor. Das komplette Gehäuse ist in glänzendem Weiß gehalten, wirkt sehr sauber und dank der streng rechteckigen Form schon fast etwas steril, ohne dabei jedoch einen minderwertigen Eindruck zu vermitteln. Die Tatsache, dass Acer diesen Projektor mitsamt einer Tragetasche ausliefert, hebt deutlich eine der großen Vorzüge des Acer H6510BD hervor. Um die Mobilität ist es mit nur 2,2 Kilogramm Gewicht bestens bestellt und das Gerät passt in der Regel auch auf jedes kleine Schrankregal. Es gibt gleich zwei HDMI-Eingänge, was in der Preislage nicht immer üblich ist, die leider keinen MHL-Support besitzen. Alternativ gesellen sich noch VGA-Steckplatz (In/Out), Component-In, Composite-Video, S-Video und ein kleiner USB-Port zu den Anschlussmöglichkeiten hinzu. Natürlich dürfen auch die RS232-Schnittstelle und Audio Line-In sowie Audio Line-Out nicht fehlen - alles mit dabei. Die Ausgabe von Soundeffekten und Musik erfolgt über einen recht schwachen Lautsprecher mit 2 Watt Leistung - eine verzweifelte Notlösung, falls keine anderen Ausweichoptionen parat stehen. In der Gerätekonfiguration existieren dagegen erfreulich viele Möglichkeiten zur Anpassung der Bilddarstellung. Je nach Projektionsfläche kann die Farbwiedergabe angepasst werden, um auch bei gefärbten Hintergründen eine noch akzeptable Präsentation zu erleben. Individuelle Farbwerte, Gamma-Einstellungen, manueller Weißabgleich und Rauschunterdrückung sind stets willkommene für Feineinstellungen. So kann jeder, der dem Beamer den letzten Rest an Qualität entlocken möchte, an diesen Stellschrauben drehen. Recht enttäuschend erweist sich die kleine Fernbedienung ohne eigene Beleuchtung. Dieser Umstand erschwert leider die Steuerung in abgedunkelten Räumen sehr deutlich.

 

Überzeugende Bildqualität - aber nicht ohne Schwächen

Die Schlagwörter und Verkaufsargumente lauten: DLP-Engine (DarkChip 3) in Full HD (16 : 9) für 2D- und 3D-Inhalte bei einer Helligkeit von imposanten 3000 Lumen, kombiniert mit einem starken Kontrast von 10000 : 1 und einer maximalen Bilddiagonale von 7,62 Metern. Hoffnungen werden durch solche Aussagen auf jeden Fall geschürt, besonders wenn einen die Angst vor grau verschleierten Schwarzwerten oder zu geringer Leuchtkraft umtreibt. Die Lebensspanne der Lampe setzt sogar noch einen drauf: 4000 Stunden bei maximaler Helligkeit und bis zu 7000 Stunden im ECO-Modus sollen drin sein. Damit der Regenbogeneffekt in Schach gehalten werden kann, verwendet Acer zwei RGB-Segmente auf dem verbauten Farbrad. In der Praxis bleibt dieser auch artig im Hintergrund und bricht nur in kontrastreichen Bildern und schnellen Schwenks kurzzeitig hervor. Fieberhafte Suchen nach dem richtigen Standort für den Acer H6510BD sind nicht immer vermeidbar, denn ohne Lens Shift und mit dem relativ eingeschränkten optischen Zoom (1,3x) bleiben Experimente zwischen Regal und richtiger Distanz leider nicht aus. Immerhin ist eine zufriedenstellende Option für die Trapezkorrektur integriert. Prinzipiell sind keine Wunder von einem Budget-Gerät zu erwarten, aber die natürliche Farbreproduktion von Werk aus übertrifft viele Konkurrenten in dieser Geräteklasse. In der maximalen Helligkeit schwächeln die Schwarzwerte, die aber durch den ECO-Modus teilweise wieder in ihr zugedachtes, dunkles Metier zurück geführt werden können. Eine automatische Regulation des Lichtflusses optimiert die Schwarzwerte und versucht den Kontrast je nach Situation auf einem optimalen Niveau zu halten. Details im Schatten bleiben so auf einem annehmbaren Level erhalten, können aber natürlich nicht ganz mit einigen Produkten der 1000-Euro-Klasse mithalten. Selbst Texturen bleiben knackig scharf und wissen dem Auge des Betrachters durchaus zu schmeicheln. Etwas wackelig wird aber die Vorstellung bei gleichmäßiger Bewegung, wo die Schärfe etwas an Klarheit einbüßt. Filmfreunde werden den Support für 24 Bilder pro Sekunde begrüßen und können so ruckelfreies Heimkino in ihrer Entertainment-Stube genießen. Blu-ray Discs mit 3D-Material fallen qualitativ hinter den überzeugenden 2D-Resultaten etwas zurück. Farben wirken nicht mehr ganz so ausgeglichen, was auch einem leichten Rotstich in Schattenbereichen geschuldet ist. Außerdem ist gelegentlich ein sehr zartes Flickern wegen der aktiven 3D-Technik zu bemerken. Dafür ist die Darstellung auch in diesem Modus sehr scharf und frei von Crosstalk-Effekten. Kurze Anmerkung für Gamer: Der Input-Lag fällt hier für Projektoren mit grob 34 ms sehr gering aus und sollte damit bei Spielen keine ernsthaften Probleme verursachen.

 

Fazit

Es gibt immer etwas zu kritisieren - so auch beim Acer H6510BD. Übermäßige Regenbogengrüße bleiben zwar aus, dennoch ist gelegentlich ein Rest des unschönen Farbschimmers bei einigen Szenen zu erkennen. Auch der 3D-Modus zeigt sich nicht perfekt, scheint aber durchaus noch akzeptabel. Betrachtet man nun allerdings den Preis, hören sich derlei Beschwerden eher nach Nörgelei eines Querulanten an. Die Mobilität ist exzellent, das Gerät sieht zudem recht schick aus und auch die 2D-Bildqualität kann sich allgemein wirklich sehen lassen. Unterm Strich ist der Heimkinoprojektor eine warme Empfehlung und sein Geld wert.

 

Kundenrezensionen zum Acer H6510BD

Die absolute Mehrheit ist laut Kundenmeinungen von dem Acer H6510BD begeistert. Out of the box überzeugen die natürlichen Farben, das hohe Bildniveau und die komfortable Handhabung. Ein weiterer Pluspunkt stellt die kompakte, leichte Bauform dar. Einige Nutzer führen Beschwerde über größere Probleme bezüglich der Schärfe, die sich nicht klar einstellen lässt. Außerdem stört einige Käufer auch der gelegentlichen Regenbogeneffekt sowie die recht prominente Lautstärke im Normalbetrieb.

 

Positive Kundenbewertungen

Auflösung in Full HD
gute 2D-Darstellung
3D-Support
kompakt und leicht
einfache Bedienung

 

Negative Kundenbewertungen

keine Lens Shift
3D mit leichtem Rotstich
mäßige Lautstärke
Regenbogeneffekt manchmal vorhanden