Viele Jahre haben Männer gebraucht, aber so langsam haben sie sich durchgesetzt. Fußball findet auch bei Frauen Anklang. Statistisch hat der Marktanteil der Damenwelt beim Spiel mit den 22 Fußballern auf dem Feld zugenommen. Die hier verarbeitete Statistik bezieht sich dabei nicht einmal auf den Frauenfußball, sondern vergleicht die 1. Spieltage der vergangenen Europameisterschaften.

Grund sich diesem Thema zu widmen ist auch die erste weibliche Kommentatorin. Claudia Neumann hat etwas Historisches geschafft. Sie ist die erste Frau, welche ein Spiel der Männer während einer Europameisterschaft kommentierte. Nicht alle Zuschauer waren jedoch mit ihrer Leistung einverstanden. Kritik wird hier jedoch schnell mit Sexismus gleichgesetzt.

 

Marktanteil der Frauen beim Fußball nimmt stetig zu!

Sind die Zeiten vorbei, in denen die Frauen über den Fußballkonsum der Männer gelästert haben? In jedem Fall sollte die Kritik im gleichen Maße rückläufig sein, wie sich die Damenwelt selber mehr für den Fußball interessiert.

Anhand der deutschen Eröffnungsspiele bei den vergangen EMs lässt sich der die Entwicklung des Frauenanteils sehr gut nachvollziehen. In Klammern der Marktanteil der Männer.

  • 1996: Deutschland vs. Tschechien – 50,4 Prozent (74,8 Prozent)
  • 2000: Deutschland vs. Rumänien – 59,0 Prozent (78,7 Prozent)
  • 2004: Deutschland vs. Niederlande – 58,1 Prozent (78,4 Prozent)
  • 2008: Deutschland vs. Polen – 62,3 Prozent (77,1 Prozent)
  • 2012: Deutschland vs. Portugal – 60,2 Prozent (78,6 Prozent)
  • 2016: Deutschland vs. Ukraine – 62,3 Prozent (73,7 Prozent)

Auch wenn es leichte Schwankungen gibt, so hat der Marktanteil der Frauen in den letzten 20 Jahren um 11,9 Prozent zugenommen. Die Männer sind bis zu dieser Europameisterschaft recht konstant geblieben. Der kleine Rückschlag kann mit der Attraktivität der Begegnung begründet werden. Allerdings lag der Marktanteil der Männer 1992 auch „nur“ bei 69,8 Prozent, was noch immer ein hoher Wert ist.

Grundsätzlich war das Auftaktspiel 2016 für Deutschland ein großer Erfolg. Mit 26,57 Millionen Zuschauern wurde die Rekordmarke gebrochen. 11,87 Millionen Menschen vor den Flimmerkästen waren weibliche Fans. Die Statistiken gehen auf mediacontrol zurück.

 

Claudia Neumann: Kommentatorin in einer Männerdomäne?

Es gibt bereits eine weibliche Trainerin, wenn auch nicht im deutschen Profi-Fußball, eine weibliche Schiedsrichterin und auch Frauenfußball wird immer beliebter. Jetzt ist eine weitere Domäne der Männer von einer Frau durchbrochen worden. Claudia Neumann ist die erste Kommentatorin und sie hat ihren Job beim EM-Spiel zwischen der Slowakei und Wales gut gemacht. Erfahrung hat sie beim Frauenfußball zuvor reichlich sammeln können.

Kritik steckte Neumann für eine Fehleinschätzung bei einem Ellbogenschlag ein. Auch Kommentator Welke beurteilte diese Szene anders. Auch ihre, sobald die Stadion-Atmosphäre aufbrandete, etwas leise Stimme wurde bemängelt. Eine „Schlusssirene“ wird zudem eher beim Eishockey als beim Fußball erklingen. Allerdings sollte auch nicht jedes Wort auf die Goldwaage gelegt werden.

Ihre taktischen Analysen waren treffend und die Begleitung des Spiels auf einen guten Niveau. Demensprechend ist auch die zweite Begegnung mit Neumann bereits angesetzt. Wer sich die Kommentatorin anhören möchte, schaltet am 17. Juni beim Spiel Italien gegen Schweden ein.