Bis kurz vor Beginn der Handball WM in Frankreich standen alle Anzeichen auf Blackout . Weder die Öffentlich-Rechtlichen, noch die Sportsender oder das Pay-TV konnten einen Deal verkünden. Auch Dazn war ausgestiegen. Jetzt haben die Fans schon vor der Weltmeisterschaft Grund zum Jubeln. Denn die WM wird als Bewegtbild zu sehen sein.

Was des einen Freud ist des andren Leid. Denn der Event wird überhaupt nicht im Fernsehen übertragen. Die Ausstrahlung findet nicht einmal von einem Fernsehsender oder Streaming-Dienst statt. Die Rechte konnte sich der Sponsor der Handball Bundesliga sichern. Die Übertragung liegt damit in den Händen der DKB-Bank.

 

Sponsor mit Handball-Rechten: Konflikt bei der Ausstrahlung?

Die Handball-Liga und der Verband freuten sich ganz offen, dass ihrem Sport doch noch eine Plattform geboten wird. Es wäre auch traurig gewesen, wenn der amtierende Europameister im eigenen Land bei einem großen Turnier wie der WM nicht zu sehen gewesen wäre.

Die Handball-WM in den Händen der PR-Abteilung der DKB? Die Öffentliche Wahrnehmung ist unterschiedlich. Das Unternehmen spricht von Sportgeschichte, Kritiker von einem Präzedenzfall. Eine grundsätzliche Einigung soll schon zu Weihnachten vorgelegen haben. Mit der Bekanntgabe wurde jedoch bis zur Vertragsunterschrift gewartet.

Aber die DKB ist nicht uneigennützig. Denn immerhin sind sie Sponsor des Weltmeisters. Was hätte ihre Aufschrift auf der Brust der Spieler jedoch gebracht, wenn niemand die Übertragung hätte sehen können? Ob die Kunden der Bank von der Aktion begeistert sind, ist zu bezweifeln. Nicht jeder ist Handball-Fan. Fraglich ist auch die Objektivität. Wird jetzt intensiver geworben? Denn eine kritische Berichterstattung über das eigene „Produkt“ ist wohl kaum zu erwarten.

Die Übertragung findet vom 11. bis 29. Januar auf der DKB-Homepage statt. Dennoch sind viele Fragen ungeklärt. Wer kümmert sich um die Kommentierung? Reicht die Bandbreite der DKB aus? Ist eine Übertragung via Smart-TV möglich? Weitere Informationen werden in den kommenden Tagen erwartet.

Der Deutsche Handballbund (DHB) hat zudem die Rechte für Public Viewing erhalten und erteilt diese kostenlos allen Vereinen und Verbänden. Die Zweitverwertung geht vermutlich an die ProSiebenSat.1 Gruppe.

 

Präzedenzfall Sport-Sponsoring – Folgt der Fußball?

Der Handball in den Händen der DKB. Der Sponsor wird als Retter gefeiert. Wie unterschiedlich wäre wohl die Reaktion gewesen, wenn Red Bull die Weltmeisterschaft gesponsert hätte und diese nur über deren Homepage zu sehen gewesen wäre. Undenkbar? Nein, denn was im Handballsport möglich ist, geht natürlich auch im Fußball. Es müssten lediglich größere Summen bezahlt werden. Sieht so die Zukunft aus?