Schädlinge auf dem PC sind ein Dauerthema. Auch Smartphones und Tablets sind regelmäßig befallen oder bedroht. Der Fernseher war lange Zeit von diesem Dilemma ausgenommen. Die Sorge stieg jedoch mit der großen Verbreitung von Smart-TVs. Und jetzt sind auch die ersten Trojaner auf Fernsehgeräten entdeckt, welche den TV-Genuss passend zur Europameisterschaft sogar unterbinden können.

Die Ransomware FLocker (Frantic Locker) hat den Sprung von den Smartphones auf die Fernseher geschafft. Der dreiste Trojaner fordert eine Summe in Höhe von 200 Euro, damit das System wieder läuft. Wer zahlt erhält die Kontrolle zurück. Der Trojaner bliebe aber erhalten und könnte den TV-Genuss jederzeit wieder sperren. Von einer Zahlung wird daher dringend abgeraten.

 

Warum sind nicht alle Smart-TVs betroffen?

Die Frage drehen wird eingangs nochmal um: Warum sind Smart-TVs betroffen? Weil sie eine Internetverbindung aufbauen können. Ohne diese wäre ein Fernseher ein geschlossenes System, ohne die Gefahr sich Viren und Trojaner einzufangen.

Aber es sind dennoch nicht alle Smart-TVs betroffen. Das Schadprogramm ist auf Android-Betriebssystem spezialisiert. Dies bedeutet, dass die neuen Geräte von Philips und Sony gefährdet sind. Aber wie so häufig trägt der Nutzer seinen Teil dazu bei. Denn damit die Schadsoftware installiert wird, ist ein Link anzuklicken oder ein Download durchzuführen. Hier sollte entsprechend vorsichtig agiert werden.

 

Wie sollten sich betroffene User verhalten?

Das „Lösegeld“ wird in Form von 200 Euro als iTunes Gutschein gefordert. Nur mit Zahlung wird die Sperrung aufgehoben, so sagt es die Anzeige und lügt. Allerdings muss ein Rechner mit dem Fernseher verbunden werden, um den Trojaner über den Wartungsmodus zu entfernen. Für genauere Instruktionen ist der Hersteller des Fernsehgeräts zu kontaktieren. Auf keinen Fall sollte gezahlt werden.

Es ist zudem nicht bekannt, ob Fernsehgeräte absichtlich vom Trojaner angegriffen werden. Vielleicht war es nur ein Versehen, dass die Smartphone-Variante durch die Internetnutzung über das Android-Betriebssystem auf den TV gewandert ist. Der „Urheber“ des Trojaners hat angeblich schon über 700 Varianten seines Schädlings in Umlauf gebracht. Da die Anzeige in Osteuropa ausbleibt, wird er dort vermutet.