Ganz Deutschland ist im Fußball-Fieber. Aber nicht jeder kann die Spiele live vor dem Fernseher verfolgen. Die Arbeit, das Privatleben oder andere Sehinteressen innerhalb der Familie sorgen dafür, dass alternative „Kanäle“ gesucht werden. Illegales Streaming wird sehr häufig gewählt.

Der Zuschauer sieht hier alle Aktionen, alle Paraden und Tore. Was er häufig nicht sieht, ist der Trojaner, welcher sich auf dem PC einnistet. Es gibt Möglichkeiten sich zu schützen, aber diese werden nicht immer und meist nicht vollumfänglich genutzt.

 

UEFA versendet offizielle Warnungen

Die UEFA möchte ihre Zuschauer vor den Fernsehern halten. Demzufolge wurden an Blogs und Homepages Warnungen versendet, die damit geworben haben, die Spiele auf ihrer Plattform im Stream zu zeigen. Hierbei wird immerhin das Bild aus dem Fernsehen verwendet und verbreitet.

Dass dies nicht legal ist, sollte jedem Nutzer bewusst sein. Das vorausschauende Handeln der UEFA hat freilich wenig gebracht. Nur eine kurze Google Suche und schon poppen die Streams zur EM entgegen. Dies wird auch zum Achtelfinale wieder der Fall sein.

Jetzt sind Streams aber auch nicht der Technik bester Schuss, zumindest in Hinblick auf die Fußballübertragung. Ruckeln und Zuckeln, Hänger und Aussetzer sind, neben einem undeutlichen Bild, Beeinträchtigungen mit denen Zuschauer leben müssen – aber nicht die Einzigen.

 

Jeder zweite Stream mit Schadsoftware belastet

Für Sky und Co ergibt sich ein Problem. Denn bis die Beschwerde rausgegeben und angekommen ist, ist ein Spiel oder eine Übertragung meist schon beendet. Für den Zuschauer drohen hierbei keine rechtlichen Konsequenzen, da nur das Vervielfältigen der Inhalte strafbar ist, nicht aber das Anschauen. Negativ kann sich dies jedoch auf die Computersicherheit auswirken.

Eine Studie der Stony Brook Universität in New York und der Katholischen Uni Löwen stützt sich auf eine Analyse von 23.000 Websites auf 5.300 Domains. In der Gesamtschau wurden 830.000 Streams aufgerufen. Die Auswertung hat gezeigt, dass 50 Prozent der Seiten mit schädlicher Software belastet waren.

Häufig legt sich eine Werbung über den Stream, welche zu einer Download-Seite weiterleitet. Es wird suggeriert, dass ein Player für die Wiedergabe benötigt wird. Tatsächlich enthält der Link jedoch einen Trojaner. Ein Adblocker bringt Sicherheit, diese ist aber nicht vollständig. Denn in der Untersuchung wurde ermittelt, dass immerhin 16 Prozent der Seiten über Skripte verfügen, welche den Adblocker umgehen können.

Bei der Recherche wurde herausgefunden, dass es insbesondere fünf Unternehmen sind, welche die Streams auf gut 60 Prozent der Homepages bringen. Diese Firmen sind in den Niederlanden, in Belize, Schweden und der Schweiz eingetragen. Die anonyme Internetnutzung in diesen Ländern erleichtert ihre Arbeit.