Über einen längeren Zeitraum hat Netflix sich entspannt gegeben, wenn das Thema auf Urheberrechtsverletzungen und illegale Torrent-Streams zu sprechen kam. Diese Haltung hat sich seit Dezember 2015 geändert. Dort wurden die ersten 3.000 Links von Google zu entsprechenden Seiten, auf Anfrage von Netflix, gelöscht.

Ein wesentlich größerer „Takedown Request“ ist kürzlich bei Google eingegangen. Netflix hat beantragt, dass 71.861 Links aus den Suchergebnissen entfernt werden. Neben dieser Maßnahme wendet sich der Streaming-Dienst auch an die Betreiber entsprechender Portale und verlangt die Löschung urheberrechtlich geschützten Materials.

 

Netflix bemüht im Schutz um Eigenproduktionen

Diese Informationen gehen von Vobile aus, einem Copyright-Partner von Netflix , welcher sich mit der Deutschen Presseagentur in Verbindung gesetzt hat. Google wurde insbesondere aufgefordert Links zum Titel House of Cards, aber natürlich auch bei anderen Titeln, zu entfernen.

Von den genannten 71.861 Links ist ein Großteil nicht mehr über die Suchmaschine auffindbar. Tatsächlich ist Google nach dem „Digital Millennium Copyright Act“ auch verpflichtet entsprechende Querverweise zu urheberrechtlich geschützten Inhalten zu löschen.

Die Anfragen auf Entfernung von Links betraf neben dem Bestseller House of Cards auch weitere Eigenproduktionen wie Nacros, A very Murray Christmas, The Ridiculous 6 oder Sense8. Tatsächlich ist das Bedürfnis Netflix-Inhalte illegal zu streamen geringer, als bei anderen Formaten. Denn Netflix stellt sein Angebot günstig zur Verfügung.

Neil Hunt ist Product Officer bei Netflix. Er erklärte, dass die illegalen Netflix-Inhalte in Australien weniger verbreitet werden, seit dort das eigene Angebot verfügbar ist. Aus dem Jahr 2013 stammt noch eine Aussage von Hastings, welche die Torrents sogar „nützlich“ gemacht hat. Hastings hat von einer Stimulierung der Nachfrage gesprochen. Inzwischen ist der Streaming-Dienst in 130 weiteren Nationen verfügbar und muss die Torrents eher als Konkurrenz betrachten.

Im Januar hat Hastings schließlich bekannt gegeben, dass vermehrt gegen Torrents vorgegangen wird. die Löschung von 71.861 Links aus den Google Suchergebnissen und das direkte Anschreiben entsprechender Portale ist ein erster, aber bereits großer Schritt.