In Hollywood werden die Filme produziert und anschließend zunächst ins Kino gebracht. Eine weitere Verwertung über die Formate DVD und Blu-ray, sowie innerhalb des Pay-TVs folgt, bevor die Titel im frei verfügbaren Fernsehen ausgestrahlt werden. Dieser Weg könnte sich in der Zukunft jedoch grundlegend ändern.

Denn die Rechte der Filmemacher stehen bei den Streaming-Diensten hoch im Kurs. Netflix hat sich beim Sundance Filmfestival lediglich die Rechte für das Streaming bestimmter Titel gesichert. Allerdings erfolgt dieses vor der Kinoausstrahlung. Amazon ging einen Schritt weiter. Sie erwarben auch die Verwertungsrechte für die Leinwand. Hier bleibt die Reihenfolge, erst Kino dann Streaming erhalten.

 

Konkurrenzsituation: Amazon und Netflix mischen oben mit!

Die klassische Fernsehindustrie ist etwas überrumpelt worden. Amazon mischt erst seit 2010 mit seinen Filmstudios mit. Netflix ist seit 2007 dabei, begann aber erst 2008 mit Eigenproduktionen. Innerhalb von wenigen Jahren sind sie eine echte Bedrohung für die alteingesessenen Filmstudios geworden.

Für fünf Millionen US-Dollar wollte Sony Pictures „Irrational Man“ von Woody Allen kaufen. Amazon überbot mit 15 Millionen US-Dollar. Für den bekannten Versandhändler produziert Allen zudem eine Fernsehserie. Der der Spike Lee Titel „Chi-Raq“ wird bei Amazon zu sehen sein.

Netflix hat ebenfalls bekannte Schauspieler zu sich gelockt. Adam Sandler und Judd Apatow sind übergewechselt. Mit „Beasts of No Nation“ hat der Streaming-Dienst einen Kriegsfilm an den Start gebracht, welcher schon mehrfach ausgezeichnet wurde. Bei den Oscars 2017 könnten erstmals beide Dienste mitmischen. Netflix produziert aktuell auch seinen ersten Anime, der auf den Namen „Perfect Bones“ hört.

Umgekehrt versuchen klassische Studios wie Paramount und Universal auch die Streaming-Rechte zu erwerben und nicht grundsätzlich der Zweitverwerter zu sein.

 

Netflix und Amazon sichern sich weitere Rechte!

Im Januar fand das Sundance Film-Festival statt. Vor einem Jahr erwarben beide Dienste (Amazon und Netflix) jeweils einen Titel. 2016 waren es schon 12 Titel. Sie treiben die Kosten für die herkömmlichen Konzerne nach oben. Amazon konnte bei „Manchester By The Sea“ mit 10 Millionen US-Dollar nicht mehr überboten werden. „The Fundamentals of Caring“ ging für 7 Millionen US-Dollar an Netflix.

„Birth of a Nation“ soll sogar ein Gebot von 20 Millionen US-Dollar von Netflix erhalten haben. Man entschied sich dennoch für das 17,5 Millionen Angebot von Fox Searchlight. Eine Rückschau von vor zwei Jahren zeigt, dass das Höchstgebot damals bei 3,5 Millionen US-Dollar gelegen hat. Es handelte sich um den Titel „The Skeleton Twins“.