Im Bundestags-Sportausschuss sind Stimmen laut geworden, dass zu viel Fußball im Fernsehen zu sehen ist. Wobei es diese Formulierung nicht trifft. Nicht die Präsenz vom Fußball, immerhin wird dieses „Produkt“ nachgefragt, wird bemängelt. Vielmehr gibt es Kritik, weil andere Sportarten immer mehr in den Hintergrund gedrängt werden.

Dies betrifft auch die Sportarten, die live im Fernsehen – bestenfalls frei empfänglich – zu sehen sein sollten. Das beste Beispiel ist die Übertragung der Handball Weltmeisterschaft im Januar, welche nur dank des Sponsors DKB überhaupt zu sehen war. Eine ausführliche Berichterstattung sieht jedoch anders aus. Zudem gab es auch rechtliche Bedenken wegen der Übertragung durch den Hauptsponsor.

 

Noch mehr Sport im Fernsehen? Wohin mit Tennis, Formel 1 und Co?

ARD und ZDF stehen im Fokus der Kritik. Der Vorwurf: Zu viel Fußball zur Prime-Time, zu wenig andere Sportarten. Die einzige, aktuelle Ausnahme ist der Wintersport am Nachmittag des Sonntags. Allerdings haben die Öffentlich-Rechtlichen eine andere Sicht auf diese Dinge.

Die ARD spricht davon, dass nur ein Viertel des Angebots im Bereich Sport dem Fußball zuzuordnen ist. Zudem wird darauf verwiesen, dass auch Konzerne die Sportrechte für sich entdecken. Die Telekom oder Sport-Streaming-Dienste seien hier als Beispiel genannt. Selbst in der 3. Liga haben die Öffentlich-Rechtlichen inzwischen Konkurrenz bekommen.

 

Sport-Streaming: Finden hier die Sportarten ein neues Zuhause?

Mit DAZN gibt es bereits einen großen „Spieler“ auf dem Markt. Sporttotal.tv spezialisiert sich auf den Amateurfußball. Aber nicht nur die bekannten Dienste stehen im Blickpunkt. Einige Sportler und Experten möchten den Weg auch für Sponsoren und herkömmliche Unternehmen geöffnet sehen. Die DKB hat mit ihrem Handball-Streaming immerhin ein Millionenpublikum erreicht. Ob sich die Übertragung gerechnet hat, ist allerdings nicht bekannt.

Eines steht jedoch fest: Im frei empfänglichen Fernsehen hat Sport abseits des Fußballs derzeit nur ein Nischendasein vorzuweisen.