„Der gläserne Mensch“ ist in unserer heutigen Zeit ein stetiges Thema. Das Internet scheint alles zu wissen. Und woher kommen diese Informationen: Von uns selber! Aber nicht nur soziale Netzwerke, Foren und die eigene Homepage stellen Daten in das World Wide Web. Heutzutage sieht und hört auch der Fernseher mit.

Ein Smart-TV erlaubt dem Nutzer auf Mediatheken, YouTube, grundsätzlich das Internet und natürlich auf Streaming-Dienste zuzugreifen. Es können auch Apps installiert werden. Aber die Verbindung ins Web funktioniert nicht nur einseitig. Derzeit steht Samsung in Deutschland vor Gericht, weil das Modell UE40H6270 Daten seiner Nutzer sammeln soll.

 

Was wird Samsung konkret vorgeworfen?

Der konkrete Vorwurf lautet, dass der Samsung Fernseher UE40H6270 Informationen persönlicher Art an Server des Herstellers übermittelt. Nur die wenigsten User wissen um diese Problematik, weil darüber keine Aufklärung betrieben wird. Dies wiederum ist ein weiterer Kritikpunkt. Schutzvorrichtungen werden in den Geräteeinstellungen vergeblich oder unzureichend gesucht.

Diese Ansicht vertritt die Verbraucherschutzzentrale von Nordrhein-Westfalen. Die Klage könnte entscheidende Auswirkungen auf die Politik von Samsung und anderen Herstellern von Smart-TVs haben. Das Landgericht Frankfurt entscheidet in Kürze über diesen Fall.

Die Datenübertragung beginnt bereits mit der Einschaltung des TV-Geräts. Hat der Nutzer den Geschäftsbedingungen zum Start nicht zugestimmt, hindert das die Übertragung in keiner Weise. Grundsätzlich wird die IP-Adresse ausgegeben. Aber auch der Zugriff auf private Fotos, die persönliche Adresse und sensible Daten wie sie für das Bezahlen bei Händlern oder der Bank genutzt werden, können theoretisch ausgelesen werden.

Verbraucherschützer Julian Graf fordert eine verbesserte Aufklärung im Vorfeld. Er vertritt die Meinung, dass die Internetfunktion des Fernsehers erst dann freigegeben werden sollte, wenn der Datenerhebung zugestimmt wurde. Zudem muss über die Art der erhobenen Daten und deren Verwendungszweck aufgeklärt werden.

Samsung hat sich zu konkreten Vorwürfen nicht öffentlich geäußert und hüllt sich in Allgemeinplätze mit dem Verweis auf die Wichtigkeit des Schutzes personenbezogener Daten.