Die heutigen Erwachsenen haben es damals von ihren Eltern gehört: „Setz dich nicht so nah an den Fernseher, dass schädigt die Augen.“ Diese Weisheit geben sie heute an ihre eigenen Kinder weiter. Aber ist die Aussage wahr oder handelt es sich um einen Mythos?

Tatsächlich ist der Fernseher nicht an einer Schädigung der Augen schuld, kann diese aber aufdecken. Auf diesem Weg wird auch der Irrtum entstanden sein. Die Sehschwäche oder Fehlstellung war bereits vorhanden. Das Fernsehen hat diese lediglich offenbart.

 

Mythos Sitzabstand: Zu nah gibt es nicht!

Aus Sicht eines Augenarztes ist zu nahes Sitzen am Fernseher nicht schädlich. Dennoch ist der richtige Sitzabstand zum Fernseher ein wichtiges Kriterium, um den Film- und Seriengenuss optimal zu gestalten.

 

Wer viel Fernsehen schaut, dessen Augen ermüden schneller - ein Schaden durch zu nahes Fernsehen kann jedoch ausgeschlossen werden.

Warum aber haben die Eltern immer wieder auf den Abstand gepocht und die Augen als Begründung angeführt? Tatsächlich ist der Fernseher nicht die Ursache für einen Sehfehler, sondern deckt diesen häufig auf. Kinder, die dauerhaft zu nah am Fernseher sitzen, sind vielleicht kurzsichtig.

Wer viel Fernsehen schaut, der ermüdet schneller, sollte die Sehstärke nicht vollends vorhanden sein. Gleiches gilt für die Arbeit am PC. Der Mythos geht auf die Anfänge des Fernsehers zurück. Schon bevor dieser in die Läden kam, wurde vor Strahlungen gewarnt.

Ein Schaden an den Augen kann heute ausgeschlossen werden. Aber eine schnellere Ermüdung ist denkbar. Denn durch das Betrachten des Fernsehers oder des Computer-Monitors senkt sich die Anzahl der Liedschläge. Eine trockene Raumluft, welche beim Heizen herstellt wird, und das verringerte Blinzeln belasten die Augen. Diese röten sich und beginnen zu brennen.

Abwechslung ist hier wichtig. Wer den ganzen Tag vor dem PC hockt, der sollte auch mal aus dem Fenster schauen. Trockene Luft kann mit Stoßlüften aufgehoben werden.

 

Der richtige Sitzabstand - eine erste Faustformel

Der richtige Sitzabstand im Verhältnis zur Bildschirmdiagonale kann durch eine Faustformel berechnet werden. Der Abstand sollte ca. dem 2-3 fachen der Bildschirmdiagonale entsprechen. Hat man also einen 40-Zoll-Fernseher, so sollte der Sitzabstand zwischen 2,00 - 3,00 m betragen. Ein 55-Zoll-Fernseher bedingt hier schon einen Abstand von 2,80 m – 4,20 m.

Andersherum kann natürlich auch gerechnet werden. Möchte man einen Sitzabstand von 3 m zu seinem Fernseher, so empfehlen sich Modelle mit einer Bildschirmdiagonalen zwischen 40-Zoll und 55-Zoll. Faustformel für den perfekten Abstand: Bilddiagonale in cm x 2,5 = Abstand in cm

Der Perfekte Sitzabstand vom Fernseher Foto: © "Entain.de"

 

Zoll cm Full HD Ultra HD (4K) optimaler Sitzabstand
22-Zoll 56 cm 1,00m – 1,60m 0,80m – 1,20m 1,10m – 1,70m
32-Zoll 81 cm 1,20m – 1,60m 1,00m – 1,40m 1,60m – 2,40m
37-Zoll 94 cm 1,40m – 1,80m 1,20m – 1,60m 1,90m – 2,80m
40-Zoll 102 cm 1,60m – 2,20m 1,40m – 1,90m 2,00m – 3,00m
42-Zoll 107 cm 1,70m – 2,30m 1,50m – 2,00m 2,10m – 3,20m
46-Zoll 117 cm 1,80m – 2,40m 1,60m – 2,20m 2,40m – 3,60m
47-Zoll 119 cm 1,80m – 2,40m 1,60m – 2,20m 2,40m – 3,60m
50-Zoll 127 cm 1,90m – 2,50m 1,70m – 2,30m 2,50m – 3,80m
52-Zoll 132 cm 2,00m – 2,60m 1,80m – 2,10m 2,60m – 3,90m
55-Zoll 140 cm 2,20m – 2,80m 2,00m – 2,30m 2,80m – 4,20m
60-Zoll 152 cm 2,40m – 3,00m 2,20m – 2,50m 3,00m – 4,50m
65-Zoll 165 cm 2,60m – 3,20m 2,50m – 2,70m 3,30m – 4,90 m

 

Weitere Augen-Mythen in Kürze

Lesen bei schlechtem Licht ist ebenso wenig schädlich, wie das zu nahe Fernsehen. Auch hier werden die Augen jedoch über die Maße angestrengt. Eine Ermüdung tritt ein, die Sehkraft wird vorrübergehend reduziert.

Computerspielen und Konsolen haben einen ähnlichen Effekt wie das Fernsehen. Die Augen ermüden. Dauer-Sitzungen verderben die Augen jedoch nicht. Absichtliches Schielen ist ebenfalls nicht schädlich. Die gewollte Fehlstellung bleibt keinesfalls erhalten.

Sitzen Kinder dauerhaft zu nah vor dem TV, der Konsole, dem Computer oder schielen unabsichtlich, ist natürlich der Augenarzt aufzusuchen.