Durch ein Heimkino kann eine Harmonie zwischen perfektem Surround-Sound, optimalem Bild und bequemen Sitzgelegenheiten geschaffen werden, welche eine Atmosphäre erzeugt, die den Zuschauer mitnimmt auf eine Reise. Eine Atmosphäre zu schaffen, die eigentlich nur Kinos bieten, ist inzwischen in vielen Wohnzimmern möglich geworden. 

 

Es ist selbstredend, dass so etwas nicht mit einem einfachen Fernsehgerät und dazugehörigem DVD-Player möglich ist. Doch musste man vor knapp 20 Jahren noch Haus und Hof verpfänden, um sich das technische Equipment für ein Heimkino zu leisten, ist die Technik heutzutage so weit entwickelt, dass selbst mit überschaubarem Budget erstaunliche Ergebnisse erzielt werden können.

Kino Film Foto: © "zinkevych - Fotolia.com"

 

Aufbau und Komponenten eines perfekten Heimkinos

Ein Heimkino in den eigenen vier Wänden ist nach dem heutigen Stand der Technik für jeden relativ unkompliziert einzurichten. Wichtig ist, dass die grundlegenden Komponenten mit Bedacht ausgewählt werden und sich insgesamt stimmig ergänzen. Durch ein harmonisches Zusammenspiel von Bild, Licht und Ton lässt sich eine Atmosphäre schaffen, die einer Kinoatmosphäre in nichts nachstehen muss. 
Zum Teil werden heutzutage sogar schon komplette Heimkino-Pakte geboten, welche alle nötigen Komponenten beinhalten.

 

Komponente 1: das Fernsehgerät

Die Grundvoraussetzung für ein Heimkino ist zunächst einmal ein Großbildfernsehgerät oder alternativ ein Videoprojektor mit dazugehöriger Projektionsfläche. Das Bild sollte die Größe eines herkömmlichen Fernsehers deutlich übersteigen. Home-Entertainment soll sich ja gerade vom durchschnittlichen Fernseher abgrenzen und mehr bieten. Ein 37 Zoll großer Fernseher vor einer Schrankwand schafft keine Atmosphäre. Deswegen muss sowohl die Größe passend sein, als auch die dazugehörige Bildqualität. In der Regel bieten die heutigen Geräte eine HDTV-Qualität, welche absolut ausreichend und zufriedenstellend ist.

4K-Auflösung Foto: © "jules - fotolia.com"

Waren noch vor 20 Jahren in fast jedem Haushalt kleine Röhrenfernseher vorzufinden, besitzen die Meisten mittlerweile moderne LCD-Flachbildfernseher. Für das richtige Kinofeeling sollte mittlerweile mindestens ein 48-Zoll-Fernsehgerät angeschafft werden. Ab dieser Größe macht es auch Sinn, sich ein Ultra−HD−TV mit einer 4K−Auflösung zuzulegen.

Denn ab einer Größe von ca. 50 Zoll kann die 4K-Auflösung bei entsprechendem Bildmaterial seine Stärken ausspielen. Doch je Größer der Fernseher, desto mehr Home-Entertainment-Feeling kommt auf.

Wir empfehlen folgende Fernsehergrößen für ein echtes Heimkino:

Größe Auflösung Home-Entertainment-Feeling
ab 48-Zoll Full-HD / Ultra HD (4K)
ab 55-Zoll Ultra HD (4K)
ab 60-Zoll Ultra HD (4K)

 

Komponente 2: die Audio-Video-Quelle

Als nächste Komponente für das private Kino ist die Audio-Video-Quelle zu nennen. Heutzutage werden hochauflösende Quellen, wie beispielsweise Blu-ray Discs bevorzugt. 

 

Früher: Super8, VHS, DVD

Hier hat sich die Technik in den letzten Jahrzehnten enorm entwickelt. Alles begann bereits in den 1960er-Jahren, als der erste signifikante Boom des Heimkinos einsetze, indem Kodak das Super8-Schmalfilm-Format einführte. Seitdem war es möglich, aufwendige Filmproduktionen in den eigenen vier Wänden zu schauen. Hollywood beispielsweise öffnete sämtliche Archive, um die bis dato produzierten Filme als Super8-Fassungen zu verkaufen. Dieser Boom hielt bis 1982 an. Dann stieß das Video Home System (VHS) auf den Markt und verdrängte die Super8-Filme. Wegen der mangelhaften Bildqualität ist die analoge Quelle heutzutage nahezu gänzlich aus den heimischen Wohnzimmern verschwunden. DVDs allerdings, die eine Qualität nach dem sog. PAL-Standard bieten, werden zum Teil noch verwendet. Allerdings geschieht dies zumeist aus Kostengründen. Im direkten Vergleich mit aktuellen Audio-Video-Quellen fällt die Qualität deutlich ab.

Fernseher Streaming Foto: © "SSilver - Fotolia.com"

 

Heute: Streaming & Ultra HD 4K - Blu Ray

Heutzutage gibt es verschiedenste Audio-Video-Quellen. Besonders durch die Revolution des High-Speed-Internets (HDSL) benötigen moderen Fernseher und Home-Entertainment-Systeme keine besondere Hardware um auf hochauflösendes Video-Material zugreifen zu können. Streaming-Anbieter wie Netflix oder Amazon bringen die neusten Kinofilme direkt in das Heimkino - und das mittlerweile sogar bevor der Film in den echten Kinos gezeigt wird.

Aber auch neue Abspielgeräte wie die Ultra HD 4K-Blu Ray-Player werden die alten DVD-Player und Blue-Ray-Player der ersten Generation aus den Wohnzimmern verbannnen. Denn besonders für große Fernsehgeräte mit 4K-Auflösung bieten die neuen Ultra HD Blue Rays viele Vorteile und vor allem extrem scharfe Bilder und perfekten Sound.

 

Komponente 3: das Audiosystem

Abgerundet wird das Heimkino erst durch ein raumklangfähiges Audiosystem. Am häufigsten wird ein sog. 5.1. Soundsystem verwendet, welches aus fünf Vollbereichslautsprechern und einem dazugehörigen Subwoofer besteht. Gesteuert werden diese von einem passenden AV-Receiver, welcher diverse Tonformate abspielen kann. 

Home-Entertainment 5.1 Surround Sound Fernseher Foto: © "Stphane Masclaux - Fotolia.com"

In modernen Heimkinos werden immer häufiger Soundbars eingesetzt. Denn diese kleinen, aber dennoch mächtigen Soundsysteme bieten viele Vorteile - und der große Nachteil, den sie gegenüber den 5.1-Soundystemen hatten, wird immer mehr behoben. Denn die kompakten Soundysteme können durch verschiedenste Techniken mittlerweile einen sehr guten Surround-Sound (3D-Sound) erzeugen,

 

Komponente 4: die Sitzgelegenheiten

Filme strecken sich zumeist mindestens über 90 Minuten, sodass es elementar ist, über diesen Zeitraum bequem zu sitzen. Nur wer sich wohlfühlt, kann den Film in seiner ganzen Blüte genießen, sodass hier keineswegs Abstriche gemacht werden sollten. Ferner müssen die Sitze passend zu den Lautsprechern platziert werden, um ein optimales Klangbild zu erzeugen.

 

 

Surround-Tonsysteme / Soundbars

Im Laufe der Zeit entwickelten sich die Wiedergabemöglichkeiten des Tons rasant weiter. Im Heimkino-Bereich ging die Entwicklung über Mono- und Stereosound hin zu Dolby Surround. Dadurch ist es heutzutage ohne Probleme möglich, durch die Verwendung von mehreren Tonspuren, überzeugend echt klingende Geräusche zu erzeugen. Beispielsweise besteht die Möglichkeit Klangeffekte von vorne nach hinten wandern zu lassen und somit eine Umgebung zu schaffen, die einem suggeriert selbst Teil des Films zu sein. 
Anfangs wurde Dolby Surround nur in Kinos eingesetzt. Im privaten Gebrauch war es eher üblich sogenannte HiFi-Stereo-Videorekorder zu verwenden, welche allerdings letztlich durch die Einführung der DVD 1997 abgelöst wurden. Seitdem hat der unverwechselbare Kinosound im privaten Wohnzimmer Einzug gefunden. Voraussetzung für dieses Klangerlebnis ist ein AV-Receiver, da Dolby Surround nur über digitale Signalwege übertragen werden kann.

 

 

Fernseher

Alter und neuer Fernseher Foto: © "Oleksiy Mark - Fotolia.com"

Der Ursprung aller Fernsehgeräte war der 1987 von Ferdinand von Braun entwickelte Röhrenfernseher. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sich der Fernseher langsam in den deutschen Haushalten. 1967 schließlich wurde in der Bundesrepublik das Farbfernsehen eingeführt. 1977 waren bereits sieben Millionen Fernsehgeräte in Privathaushalten. Für damalige Verhältnisse war dies eine grandiose Zahl, die auf einen rasanten Anstieg zurückzuführen ist. Heutzutage gibt es in Deutschland mehr als 55 Millionen TV-Geräte, von denen allerdings nur noch die wenigsten ein Röhrenfernsehen sein werden.


Beim Kauf eines neuen Fernsehgeräts vor noch wenigen Jahren hatten Kunden die Qual der Wahl zwischen LCD- oder Plasma-TVs. LCD-Fernseher zeigen das Bild über Flüssigkeitskristalle an. Bei Plasma-Geräten dagegen wird das Bild durch Gas erzeugt. Vereinfacht gesagt wird das im Gerät befindliche Leuchtmittel durch Plasma-Entladungen zum Strahlen gebracht. Beide Bilder unterscheiden sich und haben Stärken und Schwächen. Die damaligen Plasma-Fernseher hatten noch einige Vorteile, wie beispielsweise bessere Kontraste und sattere Farben.

 

LCD- oder OLED-Fernseher?

Doch die LCD-Fernseher haben diesen Nachteil wettgemacht und Plasma-Fernseher beinahe komplett vom Markt verdrängt. Mittlerweile geht es in die nächste Runde der Bildschirmvorherrschaft zwischen LCD-Bildschirmen und den neuen OLED-Modellen.

LG-4K-OLED-TV-EF9800 Foto: © "LG"

Bei der neuen OLED−Fernsehtechnologie handelt es sich also um eine Art Leuchtdiode. Sie ist für die Beleuchtung des Geräts, in dem sie verbaut ist, zuständig. Man sollte OLED nicht mit der neuerdings sehr verbreiteten LED-Technik verwechseln, die bei den LCD-Panels nur für die Hintergrundbeleuchtung des Geräts verantwortlich.

Das Bild selbst erzeugen LEDs jedoch nicht - ganz im Gegensatz zu OLEDs. Denn: OLED ist sowohl Lichtquelle als auch Bildgeber.

 

 

Beamer / Projektoren

Für ein wahrlich großes Bild, welches dem Kino ernsthaft Konkurrenz macht, ist ein Beamer mit dazugehöriger Projektionsfläche meist unumgänglich. Anfang der 1980er erschienen die ersten Beamer für den privaten Gebrauch auf den Markt. Diese waren allerdings so teuer, dass sich nur die größten Filmenthusiasten sich einen solches Gerät leisten konnten bzw. leisten wollten. Heutzutage ist die Technik so weit entwickelt, dass es zahlreiche Angebote gibt und nahezu für jedes Budget eine adäquate Lösung geboten wird. Bereits ab 800 Euro lassen sich hochauflösende Beamer erwerben, mit denen aufwendigen Filmproduktionen die passende Bühne geboten wird. Die Bildqualität ist fast identisch mit der im Kino, sofern entsprechendes Videomaterial, z.B. in Form einer Blu-ray Disc, verwendet wird.