Das Qualitätssiegel ist nicht auf Lautsprechersysteme beschränkt, sondern kann auch auf I/O-Geräte wie Equilizer, Receiver oder gar Videoplayer angewendet werden, wenn diese fähig zur Signalverarbeitung und -Weitergabe sind.

Die Geschichte von THX

Eines Tages ging George Lucas in ein Kleinstadtkino, um sich Star Wars anzusehen, aber der Ton krazte, hörte sich fürchterlich an und man konnte die Dialoge kaum verstehen. Damit dies nie wieder vorkommt, gründete er THX. Zwar handelt es sich bei dieser Geschichte lediglich um eine Legende, sehr weit weg von der Wahrheit ist sie aber nicht. THX wurde tatsächlich von George Lucas selbst in das Leben gerufen, und zwar im Jahre 1982. Skywalker Sound, die ebenfalls zur Lucas Firmengruppe gehörende Postproduktionsfirma kann große Erfolge verbuchen, was nicht zuletzt an den hohen Qualitätsstandards liegt. Schließlich treten andere Firmen an Skywalker Sound heran und wollen die gleichen Standards erreichen. So wurde die die THX-Zertifizierung geboren. Woher genau der Name "THX" stammt, ist nicht genau überliefert. Es wird jedoch angenommen, dass er von der von Tomlinson Holmann entwickelten Frequenzweiche (Tomlinson Holmann Crossover) übernommen wurde. Auch heute noch wird die als "THX-Monitor" bezeichnete Frequenzweiche inklusive Abhörverstärker als Justierungshilfe eingesetzt.

Als damit begonnen wurde, Kinofilme auch auf VHS herauszubringen, weitete George Lucas die THX-Zertifizierung auch auf Heimkinoanlagen aus. Zunächst wurden lediglich Lautsprechersysteme geprüft, später war dies bei allen Geräten und sogar bei Speichermedien innerhalb der Signalkette möglich. Sind sie vollständig zertifiziert, wird der Ton genau so ausgegeben, wie es der Toningeneur beim Mastering eingestellt hat.

 

Die Anforderungen der Zertifizierung

Es ist wichtig zu wissen, das THX bei seiner Zertifzierung immer ein gewisses Referenzlevel voraussetzt. Dies liegt sowohl im Kino- als auch im Heimkinobereich bei 85 dB + 20 dB Headroom (Aussteuerungsreserve). Letzterer ist nötig, um "Peaks", also Lautstärkespitzen, die beispielsweise durch laute Effekte wie Explosionen entstehen, auszugleichen. Für die meisten Heimanwender ist der festgesetzte Reference Level aber viel zu laut, weswegen THX mit "Loudness Plus" eine virtualisierte Vorverstärkung erlaubt, die den Dynamikumfang auch bei leiseren Einstellungen erhalten soll. Das Referenzlevel liegt bei allen THX zertifizierten Geräten übrigens bei "0".

 

Zu den allgemeinen Anforderungen an die THX zertifizierten Audiogeräte zählen:

Sensitivität: Es muss sichergestellt sein, dass alle Komponenten innerhalb der Signalkette eine gewisse Lautstärke erreichen und diese über einen längeren Zeitraum halten können.
Vertikale und Horizontale omnidirektionale Charakteristik: Die Abstrahlcharakteristik der Lautsprecher muss auch beim Wechsel der Frequenzen immer einer annähernden Rundstrahlcharakteristik ohne hörbare Kammfiltereffekte gleichen. Dies ist deswegen wichtig, weil THX verspricht: "Every Seat is a good Seat" oder "Jeder Sitz ist ein guter Sitz", womit Qualitätsabnahmen bedingt durch die Veränderung der Sitzposition ausgeschlossen werden.
Impedanz: Ein THX zertifizierter Lautsprecher wird den erforderlichen Stromfluss von der Quelle bis zum Verbraucher erlauben. 
Frequenzanschlag: Das Gerät muss über den gesamten Umfang seiner vorbezeichneten Frequenzen eine annähernd lineare Verteilung aufweisen und alle gleich gut darstellen.


Rauschpegel: Bei der im Referenzlevel eingestellten Lautstärke darf kein hörbares Rauschen entstehen.


Subjektiverfahrung: Jedes Gerät muss der Subjektiverfahrung eines Toningeneurs standhalten und darf keine hörbaren Artefakte, Fehlfrequenzen oder sonstige qualitative Einschränkungen aufweisen.


Akustische Störungen: Bei der im Referenzlevel eingestellten Lautstärke dürfen keine hörbaren Störgeräusche, beispielsweise durch eine schlechte Abschirmung von Elektrogeräten, Kabeln oder den Lautsprechern selbst entstehen.

Darüber hinaus gibt es eine lange Liste an Kriterien, die speziell für die einzelnen Geräte entwickelt wurde. Die aktuelle Revision 113 vom November 2014 der THX-Zertifizierung sieht bis zu 2000 sogenannter "Benchmark Tests" für Audiogeräte und bis zu 600 für Videogeräte vor, wobei Letztere im Jahre 2001 im Rahmen von "THX Multimedia" hinzugekommen sind. 

 

Kategorisierung

Je nach Anforderung werden THX-Geräte nach verschiedenen Maßstäben kategorisiert und eingeordnet. Zunächst waren dies "THX Select" sowie "THX Ultra". Prinzipiell unterschieden sich die beiden dadurch, dass bei der Messung und Prüfung verschiedene Raumgrößen und Sitzabstände zugrunde gelegt werden. Bei THX Select sind das 10-12 Fuß (etwa 3,6 Meter), während THX Ultra die gleichen Werte auch bei höheren Sitzabständen erreichen muss. Die ursprünglichen Kategosierungen wurden mittlerweile von "THX Select 2" und von "THX Ultra 2" abgelöst. In der Praxis erreichen nur ganz wenige Geräte die Ultra-2-Kategorisierung, weswegen THX Select bzw. Select 2 als gängiger Standard angesehen werden kann.

 

Was bedeutet nun THX


Nur Lautsprecher, Soundbars oder Receiver die, die strengen Richtlinien von THX einhalten, bekommen eine Zertifizierung. Diese garantiert, dass die Lautsprecher den Ton so wiedergeben, wie es mal vom Regisseur oder Toningenieur gewollt war. Nicht zertifizierte Lautsprecher sind nicht unbedingt schlechter, jedoch kann man bei einer Zertifizierung davon ausgehen Lautsprecher mit einem hervorragenden Ton zu kaufen.